Wenn Sie diese Analysen Ihres Geschäfts auf Makro- und Mikroebene kombinieren, wird Ihnen das dabei helfen, ein umfassendes Bild Ihres Marktes und auch der einzigartigen Chancen zu erhalten, die sich für Ihr Geschäft eröffnen, sodass Sie Risiken mindern und effektiv für die Zukunft planen können.
In diesen Fällen sollten Sie eine PEST Analyse durchführen
Eine PEST Analyse setzen Sie am besten in Situationen ein, in denen Sie Ihr Geschäft im großen Ganzen betrachten und verstehen müssen. Besonders gut eignet sich die PEST Analyse unter anderem für folgende Situationen:
- Wenn Sie eine neue Geschäftstätigkeit aufnehmen
- Wenn Sie ein größeres Problem aufdecken
- Wenn bzw. falls Ihr Geschäft im Umbruch ist
- Wenn Sie bevorstehende Veränderungen in einem Bereich (z. B. in der Politik) erkennen und den Markt neu einschätzen möchten
Bedenken Sie, dass es sich bei PEST Analysen um Beurteilungen auf Makroebene handelt. Für kleinere interne Projekte oder Vorgänge sollten Sie eher keine PEST Analyse durchführen.
So führen Sie eine PEST Analyse durch
Die Durchführung einer PEST Analyse ist relativ einfach, kann jedoch recht zeitaufwendig sein. Die folgenden Schritte helfen Ihnen bei der Durchführung Ihrer nächsten PEST Analyse. Achten Sie nur darauf, dass Sie genügend Zeit für eine gründliche Bewertung einplanen.
1. Berücksichtigen Sie PEST Faktoren, die sich auf Ihr Geschäft auswirken könnten
Der erste Schritt beim PEST Modell besteht darin, so viele Informationen wie möglich über die externen Einflüsse auf Ihr Unternehmen zu sammeln. Holen Sie sich dabei auch Hilfe von anderen Führungskräften oder dem Management im Unternehmen, um sicherzustellen, dass Ihnen umfassende Daten vorliegen.
Wenn Sie mit dem Brainstormen und dem Sammeln von Daten beginnen, kann die folgende Liste von PEST Beispielen als Leitfaden für Ihre Recherche dienen:
P für „Political“ – politische Faktoren
Bei den politischen Faktoren geht es darum, wie sich rechtliche und behördliche Vorschriften sowie das politische Klima auf die Handlungsfreiheiten und letztlich auch die Rentabilität Ihres Unternehmens auswirken könnten.
Beispiele für derartige Faktoren sind:
- Bevorstehende Wahlen auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene
- Politische Spitzenkandidaten und deren Ansichten zu verschiedenen politischen Themen
- Behördliche Regulierung der Branche oder des Wettbewerbs
- Handelspolitische Maßnahmen (z. B. Zölle, aktuelle oder künftige Handelsabkommen usw.)
- Ausmaß der Korruption oder des organisierten Verbrechens in Ihrer Region oder Ihrem Land
- Importeinschränkungen
- Vorschriften im Bereich E-Commerce
- Verbraucher- und Mitarbeiterschutz
E für „Economic“ – wirtschaftliche Faktoren
Die Wirtschaft hat einen erheblichen Einfluss auf jedes Unternehmen. Berücksichtigen Sie die folgenden wirtschaftlichen Faktoren, die Ihre geschäftliche Tätigkeit beeinflussen können:
- Aktuelle wirtschaftliche Stabilität
- Projizierte Wachstums- und Inflationsraten
- Zinssätze
- Steuerpolitik
- Verbrauchergewohnheiten und finanzielle Stabilität
- Arbeitslosenquote und Wettbewerb am Arbeitsmarkt
- Zugang zu Krediten (sowohl persönlich als auch geschäftlich)
S für „Socio-cultural“ – soziokulturelle Faktoren
Soziokulturelle Faktoren berücksichtigen die Zusammensetzung der Bevölkerung und die demografischen Merkmale Ihrer Zielgruppe, um zu verstehen, wie gut sich Ihr Unternehmen auf dem Markt behaupten kann. Zu derartigen Faktoren können die Altersverteilung, kulturelle Einstellungen sowie Trends am Arbeitsplatz oder auch Lifestyletrends gehören.
Berücksichtigen Sie bei Ihrer Marktanalyse, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf Ihre Organisation haben könnten:
- Bevölkerungswachstum und Demografie
- Generationswechsel
- Verbrauchergewohnheiten und -werte (z. B. Fokus Qualität oder Umweltfreundlichkeit eines Produkts)
- Größe und Struktur der Familien
- Lebensstile der Verbraucher
- Einwanderungsrate
- Einstellung gegenüber der Arbeit
T für „Technological“ – technologische Faktoren
Bei diesem Schritt werden zum einen die spezifische Rolle sowie Entwicklung der Technologie in einem Unternehmen und in der Branche und zum anderen auch allgemeinere technologische Trends und Nutzungsmöglichkeiten berücksichtigt, die die Gesellschaft insgesamt beeinflussen.
Ein Beispiel für die Auswirkungen von technologischen Veränderungen auf Arbeitskräfte ist die Tatsache, dass durch diese technologische Entwicklung der Zugang zu und die Verfügbarkeit von Möglichkeiten zur Fernarbeit zugenommen haben. Diese Veränderungen haben weitreichende Folgen für die Zukunft der Arbeit und werden sich auch darauf auswirken, wie Unternehmen ihre Geschäfte und ihr Personal strukturieren.
Weitere technologische Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, sind beispielsweise folgende Punkte:
- Der Zugang der Organisation zu neuen Technologien
- Der Zugang der Wettbewerber zu Technologien
- Geschwindigkeit des technologischen Wandels
- Evolution der Infrastruktur
- Staatliche oder institutionelle Forschung
2. Identifizieren Sie Chancen
Nachdem Sie die verschiedenen Arten untersucht haben, wie sich externe Faktoren auf Ihr Unternehmen auswirken und dieses beeinflussen, können Sie beginnen, Chancen zu ermitteln, die diese Veränderungen mit sich bringen könnten.
Gibt es beispielsweise eine technologische Entwicklung, die Sie sich zunutze machen könnten, um die Effizienz zu steigern? Oder gibt es vielleicht Veränderungen in der Verbraucherdemografie, durch die sich neue Märkte für Ihre Produkte eröffnen könnten?
Versuchen Sie, so viele Chancen wie möglich ausfindig zu machen, um die bestmögliche strategische Reaktion bei Ihren geschäftlichen Tätigkeiten zu entwickeln.
3. Identifizieren Sie Bedrohungen
Leider ist der Wandel auch mit Risiken verbunden.
Ganz gleich, ob ein wirtschaftlicher Abschwung Ihren Gewinn beeinträchtigt oder ein Wettbewerber durch seinen Zugang zu neuen Technologien einen Wettbewerbsvorteil hat: Sie müssen potenzielle Bedrohungen für Ihr Unternehmen erkennen, damit Sie die Risiken mindern und Ihre Strategie entsprechend anpassen können.
Je früher Sie Bedrohungen erkennen, desto eher können Sie sie vermeiden oder dafür sorgen, dass sie sich weniger stark auf Ihr Unternehmen auswirken.
4. Handeln Sie auf Basis Ihrer Ergebnisse
Wenn alle Daten gesammelt und alle Chancen bzw. Bedrohungen erkannt wurden, ist es an der Zeit, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Integrieren Sie Ihre Erkenntnisse in Ihren Geschäftsplan, um sich die Chancen zunutze zu machen und Bedrohungen so früh wie möglich angehen zu können.