Was genau ist eine Risikobewertung?
Im Rahmen eines Risikobewertungsprozesses nehmen Benutzer Ihr Unternehmen unter die Lupe, um:
- Prozesse und Situationen zu ermitteln, die Schaden anrichten könnten, insbesondere an Personen;
- die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der jeweiligen Gefahren sowie das Ausmaß der damit verbundenen Folgen zu bestimmen;
- Entscheidungen über die vom Unternehmen zu ergreifenden Maßnahmen zu treffen, damit diese Gefahren verhindert bzw. die Risiken im Unternehmen kontrolliert werden können.
Dabei ist es wichtig, zwischen Gefahren und Risiken zu unterscheiden. Als Gefahr wird alles bezeichnet, was Schaden verursachen kann. Dies bezieht sich unter anderem auf Arbeitsunfälle, Notfallsituationen, giftige Chemikalien, Mitarbeiterkonflikte, Stress usw. Ein Risiko hingegen beschreibt die Möglichkeit, dass eine Gefahr zu einem Schaden führt. Im Rahmen eines Risikobewertungsprozesses werden zunächst die Gefahren ermittelt und daraufhin das Risiko bzw. die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Gefahren berechnet.
Die Ziele einer Risikobewertung variieren von Branche zu Branche, aber generell besteht das Ziel darin, Unternehmen dabei zu helfen, sich auf Risiken vorzubereiten und diesen zu begegnen. Andere Ziele beinhalten:
- Bereitstellung einer Analyse potenzieller Bedrohungen
- Vermeidung von Verletzungen oder Krankheiten
- Einhaltung rechtlicher Anforderungen
- Bewusstseinsbildung hinsichtlich Gefahren und Risiken
- Erstellung einer Bestandsaufnahme der zur Verfügung stehenden Assets
- Rechtfertigung der durch das Risikomanagement entstehenden Kosten
- Festlegung des Budgets für die Beseitigung von Risiken
- Ermittlung des ROI
Unternehmen sollten in den folgenden Situationen eine Risikobewertung durchführen: vor der Einführung neuer Prozesse oder Abläufe sowie vor der Änderung bestehender Prozesse oder Abläufe (z. B. dem Austausch von Maschinen), oder wenn eine neue Gefahrenquelle identifiziert wird.
Die in der Risikobewertung aufgeführten Schritte sind ein fester Bestandteil Ihres Gesundheits- und Sicherheitsmanagementplans und gewährleisten, dass Ihr Unternehmen auf jegliche Risiken vorbereitet ist.
5 Schritte im Risikobewertungsprozess
Bevor Sie den Risikomanagementprozess einleiten, sollten Sie Folgendes bestimmen: den Umfang der Risikobewertung, die erforderlichen Ressourcen, die beteiligten Akteure sowie die zu befolgenden Gesetze und Vorschriften. Im Anschluss daran gilt es, die unten stehenden fünf Schritte zu befolgen.
1. Identifizieren Sie die Gefahren
Der erste Schritt zur Erstellung Ihres Risikobewertungsplans besteht darin, die Gefahren zu ermitteln, denen Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen ausgesetzt sind, einschließlich:
- Naturkatastrophen (Flutkatastrophen, Tornados, Wirbelstürme, Erdbeben, Feuer usw.)
- Biologische Gefahren (Pandemien, lebensmittelbedingte Krankheiten usw.)
- Arbeitsunfälle (durch Stolpern und Ausrutschen bedingte Unfälle, Transportunfälle, bauliche Schäden, mechanische Ausfälle usw.)
- Vorsätzliche Handlungen (Arbeitsstreiks, Demonstrationen, Bombendrohungen, Raubüberfälle, Brandstiftung usw.)
- Technisch bedingte Ausfälle (Abbruch der Internetverbindung, Stromausfall usw.)
- Gefahren durch chemische Stoffe (Asbest, Reinigungsflüssigkeiten usw.)
- Gefahren für die mentale Gesundheit (übermäßige Arbeitsbelastung, Mobbing usw.)
- Unterbrechungen der Lieferkette
Schauen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz um und ermitteln Sie die Prozesse und Abläufe, die Ihrem Unternehmen potenziell Schaden zufügen könnten. Dabei sollten Sie alle arbeitsbezogenen Aspekte berücksichtigen und auch Mitarbeiter im Homeoffice sowie nicht zur Routine gehörende Aufgaben wie Reparaturen und Wartungsarbeiten mitbedenken. Darüber hinaus sollten Sie Berichte über Unfälle und Zwischenfälle einsehen, um die Gefahren zu ermitteln, die sich bereits zuvor negativ auf Ihr Unternehmen ausgewirkt haben.
Mit Lucidchart können Sie Aufgaben in potenzielle Gefahren und gefährdete Assets aufgliedern. Testen Sie unsere kostenlose Vorlage (siehe unten).