Was ist eine Balanced Scorecard?
Die Balanced Scorecard ist ein Managementsystem, das ursprünglich von Robert Kaplan und David Norton entwickelt wurde, um Unternehmen bei der Erreichung ihrer Geschäftsziele und der Umsetzung von Schlüsselstrategien zu unterstützen.
In der Vergangenheit konzentrierten sich Unternehmen hauptsächlich auf finanzielle Kennzahlen und Ziele für ihr Geschäftsmanagement sowie ihre Strategieentwicklung. Finanzen und Einnahmen spielen zwar eine wichtige Rolle für das Wohlergehen und die Leistung eines jeden Unternehmens, jedoch vermittelt dieser Fokus ein unvollständiges Bild von Erfolg (oder Misserfolg).
Die Balanced Scorecard zielt darauf ab, die strategischen Ziele und die Gesamtvision eines Unternehmens in Einklang zu bringen, indem vier Hauptgeschäftsperspektiven identifiziert, gemessen und verwaltet werden:
- Kunde
- Finanzen
- Interne Geschäftsprozesse
- Weiterbildung und Wachstum
Innerhalb dieser vier Säulen skizzieren Führungskräfte ihre strategischen Ziele für jede Geschäftsperspektive und verknüpfen diese Leistungsindikatoren mit einem Strategieplan. Der Strategieplan zeigt auf einen Blick, wie die einzelnen Ziele miteinander zusammenhängen. So erhalten Führungskräfte einen Überblick über die Strategie ihres Unternehmens.
Denken Sie daran, dass die Messung der Leistungsindikatoren zwar ein Bestandteil der Balanced Scorecard ist, es sich bei der BSC jedoch in erster Linie um ein Managementsystem handelt.
Durch die Kombination der vier wichtigsten Geschäftsperspektiven hilft die BSC Unternehmen und ihren Führungskräften beim Treffen fundierter Entscheidungen und ebnet den Weg zur Unternehmensführung mit Zuversicht.
Die vier Perspektiven verstehen
Die Balanced Scorecard bewertet den Gesundheitszustand Ihres Unternehmens unter Berücksichtigung von vier Hauptaspekten. Jede Perspektive bezieht sich auf einen anderen Teil des Unternehmens. Führungskräfte erhalten so ein umfassendes und differenziertes Verständnis der Unternehmensleistung.
Weiterbildung und Wachstum
Diese Perspektive wird auch als „organisatorische Kapazität“ bezeichnet. Dabei wird die Leistung eines Unternehmens hinsichtlich Humankapital, Kultur, Technologie und Infrastruktur betrachtet.
Nutzen Ihre Mitarbeitenden beispielsweise Ihren Technologiestack für die Ausführung von Aufgaben und die Verwaltung von Prozessen? Stellt Ihr Unternehmen angemessene Schulungen und Ressourcen zur Verfügung? Welche Schritte unternehmen Sie, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
Die Lern- und Wachstumsperspektive betrachtet, wie gut Informationen und Wissen von den Mitarbeitenden erfasst und umgesetzt werden, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
Interne Geschäftsprozesse
Die nächste Perspektive konzentriert sich darauf, wie gut Ihre internen Prozesse funktionieren.
Gibt es Lücken, Verzögerungen oder Engpässe in der Pipeline, die behoben werden müssen? Wie können Sie Ihre Prozesse für mehr Effizienz und Effektivität optimieren? Wie schnell kann sich Ihr Unternehmen an veränderte Geschäftsanforderungen oder -bedingungen anpassen?
Kunde
Die Kundenperspektive fragt: „Was ist für unsere Kunden und Stakeholder wichtig?“ Diese Perspektive konzentriert sich darauf, neue Kunden zu finden, Markenbekanntheit und Vertrauen aufzubauen und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Mit anderen Worten: Wie gut betreuen Sie Ihre Kunden und die Stakeholder, für die Ihr Unternehmen konzipiert wurde?
Finanzen
Das letzte Teil des Puzzles ist die finanzielle Situation des Unternehmens. Ja, diese Perspektive wurde in der Vergangenheit zu häufig überbewertet.
Aber auch wenn Finanzen nur zeitverzögerte Indikatoren für vergangene Entscheidungen darstellen, so sind sie doch ein wichtiger Bestandteil der Gesundheit eines jeden Unternehmens. Sie fungieren als Schlüssel zum Verständnis der Gesamtleistung und zur Entwicklung von Strategien für die Zukunft.